Schachregeln einfach erklärtRatgeber
Schach lernen: der Weg vom Anfänger zum Vereinsspieler
Lern zuerst die Regeln sicher, dann die Notation und die einfachen Matts mit wenigen Figuren. Danach übst du regelmäßig Taktik, spielst Eröffnungen nach Grundsätzen und lernst die wichtigsten Endspiele. Im Verein findest du starke Gegner und Turnierpartien, und nach mindestens fünf gewerteten Partien gegen Spieler mit Wertungszahl kannst du eine erste DWZ bekommen.

Die Züge der Figuren lernst du schnell. Bis du eine Partie planvoll führst, Fallen erkennst und ein gewonnenes Endspiel auch gewinnst, vergeht deutlich mehr Zeit. Es hilft, die Themen in einer festen Reihenfolge anzugehen, denn jedes baut auf dem vorigen auf. Diese Seite zeigt dir einen Weg von den ersten Zügen bis zu Turnierpartien im Verein, mit den Stufen, die auch der Deutsche Schachbund für seine Schach-Diplome verwendet.
Erst die Regeln, dann alles andere
Am Anfang steht die Gangart der Figuren, und zwar vollständig. Dazu gehören die Sonderregeln Rochade, Bauernumwandlung und das Schlagen im Vorbeigehen ("en passant") [1]. Wer hier unsicher ist, verliert später Partien durch Züge, die er nicht für möglich gehalten hat. Prüfe dich mit einfachen Fragen: Darf der König durch ein angegriffenes Feld rochieren? Wann darf ein Bauer en passant schlagen? Was ist der Unterschied zwischen Matt und Patt? Die Antworten stehen gesammelt unter Schachregeln einfach erklärt.
Gewöhn dir außerdem früh an, was am Brett im Turnier gilt. Wer am Zug ist und eine eigene Figur absichtlich berührt, muss sie ziehen, sofern sie ziehen kann, und eine berührte gegnerische Figur muss er schlagen, wenn das möglich ist [2]. Zurechtrücken darf man Figuren nur nach Ankündigung, etwa mit "j'adoube" oder "ich rücke zurecht" [2]. Wer diese Regel schon in Freundschaftspartien beachtet, kommt im Verein nicht in Verlegenheit.
Mit wenigen Figuren anfangen
Dietrich Schlotter hat sein Lehrbuch für Anfänger, das die Deutsche Schachjugend zum Herunterladen anbietet, nach einem klaren Prinzip aufgebaut: Schon mit wenigen Figuren soll der Lernende richtig spielen, eine Stellung beurteilen, Pläne machen und Entscheidungen treffen, bevor er eine ganze Partie mit allen Steinen führt [3]. Die ersten Kapitel behandeln deshalb den König allein und dann die Mattführung mit Dame und König gegen König [3].

Das Matt mit Dame und das Matt mit Turm solltest du ohne Nachdenken beherrschen. Schlotter rät, die Mattführung mit einem anderen Spieler zu üben und dabei die Farben zu wechseln [3]. Wer das Matt nicht sicher beherrscht, gibt einen großen Materialvorteil leicht wieder aus der Hand oder setzt den Gegner versehentlich patt. Wie die Grundmatts ablaufen, steht unter Grundmatts: Matt mit Dame, Turm und zwei Läufern.
Schlotter lässt in seinen Diagrammen ab einem frühen Kapitel die Buchstaben und Zahlen am Rand weg. Der Lernende soll sich die Lage der Felder im Kopf vorstellen, weil man bei der Planung mehrerer Züge die künftige Stellung "sehen" muss, ohne die Steine zu bewegen [3]. Du kannst das selbst trainieren, indem du Züge aus der Notation zuerst im Kopf ausführst und erst danach auf dem Brett nachprüfst.
Notation: Züge lesen und aufschreiben
Ohne Notation kannst du keine Partie nachspielen, kein Buch lesen und keine eigene Partie auswerten. In Turnierpartien muss jeder Spieler seine Züge und die des Gegners Zug für Zug mitschreiben, in der Regel in algebraischer Notation auf dem Partieformular [2]. Für die Figuren darf jeder die Abkürzungen verwenden, die in seinem Land üblich sind [2]. Im Deutschen sind das die Anfangsbuchstaben K für König, D für Dame, T für Turm, L für Läufer und S für Springer, Bauern bekommen keinen Buchstaben [2, 3]. Englische Bücher und Programme schreiben stattdessen K, Q, R, B und N [2]. Eine ausführliche Anleitung findest du unter Schachnotation: Züge aufschreiben.
Taktik regelmäßig üben
Nach Regeln und Grundmatts kommt die Taktik. Der Deutsche Schachbund verlangt für seine zweite Stufe, das Turm-Diplom, Kenntnisse über die Stärken und Schwächen der Figuren und über Motive wie Fesselung, Gabel und Opfer [1]. Solche Motive lernst du am besten an vielen kurzen Aufgaben, bei denen du eine Stellung ansiehst und den entscheidenden Zug suchst. Lieber jeden Tag ein paar Aufgaben als einmal in der Woche zwei Stunden.
Löse jede Aufgabe vollständig, bevor du die Lösung ansiehst: Welcher Zug, welche Antworten hat der Gegner, was steht am Ende auf dem Brett? Wer nur den ersten Zug rät, übt das Raten. Mit Lösung zum Aufklappen findest du über 20 geprüfte Stellungen unter Schachaufgaben mit Lösung, sortiert von Matt in einem Zug bis zu längeren Kombinationen.
Eröffnungen nach Grundsätzen spielen
Am Anfang brauchst du keine langen Varianten. Wichtiger sind die Grundsätze: Bauern ins Zentrum, Springer und Läufer zügig entwickeln, früh rochieren und nicht ohne Grund mit derselben Figur mehrmals ziehen. Wer diese Regeln befolgt, kommt in den meisten Partien in eine spielbare Stellung, auch wenn er den Namen der Eröffnung nicht kennt. Die Einzelheiten stehen unter Eröffnungsgrundsätze: die ersten zehn Züge.
Später lohnt es sich, je eine Eröffnung für Weiß und je eine Antwort gegen 1.e4 und 1.d4 genauer zu lernen. Merk dir dabei die Ideen hinter den Zügen, dann findest du auch einen guten Zug, wenn der Gegner von der bekannten Folge abweicht.
Endspiel und Strategie
Die dritte Stufe des Deutschen Schachbunds, das Königs-Diplom, verlangt fortgeschrittene Kenntnisse in Eröffnung, Mittelspiel und Endspiel [1]. Im Endspiel empfehlen wir, mit König und Bauer gegen König, der Opposition und einfachen Turmendspielen zu beginnen. Im Mittelspiel lernst du, Bauernstrukturen zu lesen, schwache Felder zu erkennen und einen Plan zu fassen, wenn keine Taktik auf dem Brett liegt.
Wir empfehlen kommentierte Meisterpartien. Schlotter nennt im Inhaltsverzeichnis seines Lehrbuchs am Ende komplette Partien von José Raúl Capablanca, etwa gegen Frank Marshall und Jacques Mieses [3]. Spiel solche Partien Zug für Zug am Brett nach und versuche vor jedem Zug selbst zu erraten, was gespielt wurde.
Eigene Partien auswerten
Am meisten lernst du aus deinen eigenen Fehlern. Schreib jede ernsthafte Partie auf und geh sie danach durch: Wo hast du eine Drohung übersehen? Wo hättest du einen anderen Plan gebraucht? Erst danach lässt du ein Schachprogramm über die Partie laufen. Gegen den Computer spielen kannst du unter Schach gegen den Computer spielen, in fünf Stufen von Anfänger bis Stark. Für die Wertungszahl zählen solche Partien nicht: Ergebnisse gegen Schachcomputer streicht die Wertungsordnung des Deutschen Schachbunds [6].

Der Schritt in den Verein
Der Deutsche Schachbund empfiehlt, sich neben dem Studium von Büchern einen Schachverein zu suchen, weil man dort im regelmäßigen Spiel mit Vereinsspielern besser wird [10]. Nach eigener Angabe gibt es in Deutschland mehr als 2.000 Schachvereine, die sich über eine Vereinssuche auf der Website des Verbands finden lassen [9]. Viele Vereine haben einen festen Spielabend, Training für Einsteiger und Mannschaften, die in Ligen gegen andere Vereine spielen.

Turnierpartien laufen mit Schachuhr und langer Bedenkzeit. Damit eine Partie für die Deutsche Wertungszahl zählt, braucht jeder Spieler insgesamt mindestens 90 Minuten Bedenkzeit, in Jugendturnieren der Klassen U12 und jünger mindestens 60 Minuten [7]. Vereinsturniere sollen nach der Wertungsordnung möglichst fortlaufend ausgewertet werden, ob sie eingereicht werden, entscheidet der Verein [7].
Wertungszahlen: DWZ und Elo
Die Deutsche Wertungszahl (DWZ) misst die Spielstärke aus den Ergebnissen in Turnieren und berücksichtigt dabei, wie stark die Gegner waren [4]. Das System lehnt sich an das Rating-System von Arpad Elo an, das der Weltschachverband FIDE verwendet, und wurde 1990 bis 1991 nach der Vereinigung der beiden deutschen Schachverbände entwickelt [4].
Eine erste DWZ bekommt nach der Wertungsordnung, wer in einem Turnier mindestens fünf Gegner mit Wertungszahl hatte und gegen sie mindestens einen halben Punkt geholt hat; gespeicherte Restpartien aus früheren Auswertungen zählen dabei mit [5]. Liegt der errechnete Wert unter 2000, wird er nach oben korrigiert, die kleinste mögliche erste DWZ ist 1100 [5]. Eine DWZ führt der Verband nur für Mitglieder eines Vereins im Deutschen Schachbund [5].
Die internationale Elo-Zahl der FIDE wird für einen neuen Spieler veröffentlicht, wenn sie auf mindestens fünf Partien gegen gewertete Gegner beruht, und sie muss mindestens 1400 betragen [8]. Wer später unter 1400 fällt, steht in der nächsten Liste wieder als ungewertet [8].
Die Schach-Diplome des Deutschen Schachbunds
Wer seinen Lernstand überprüfen will, kann die Schach-Diplome ablegen, die der Deutsche Schachbund nach eigener Angabe seit mehreren Jahrzehnten anbietet [1]. Die Aufgaben müssen ohne Hilfe innerhalb von 45 Minuten gelöst werden, und rund zwei Drittel müssen richtig sein [1]. Zur Vorbereitung nennt der Verband sein offizielles Lehrbuch "Schach Zug um Zug" von Helmut Pfleger, Eugen Kurz und Gerd Treppner [1]. Das 200.000ste Bauern-Diplom wurde laut Verband am 27.09.2007 übergeben [1].
Die drei Stufen und ihre Inhalte nach Angabe des Verbands [1]:
| Diplom | Inhalt nach DSB | Passt zu |
|---|---|---|
| Bauern-Diplom | Gangart der Figuren, Rochade, Bauernumwandlung, en passant, Schachnotation | Regeln und Notation |
| Turm-Diplom | Stärken und Schwächen der Figuren, Fesselung, Gabel, Opfer, Grundkenntnisse in Eröffnung, Mittel- und Endspiel | Taktik, Grundmatts, Eröffnungsgrundsätze |
| Königs-Diplom | fortgeschrittene Kenntnisse in Eröffnung, Mittel- und Endspiel | Endspiel, Strategie, Eröffnungsrepertoire |
- Organisation Schach-Diplome: Testen Sie Ihr Schach-Wissen. Deutscher Schachbund. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation FIDE Laws of Chess, Artikel 4.2.1, 4.3, 8.1.1 und Anhang C.2 bis C.4 (gültig ab 01.01.2023). FIDE. Stand 01.01.2023. abgerufen am 29.10.2026
- Studie Intensivkurs Schach. Ein Lern- und Lehrbuch für Anfänger und ihre Lehrer, Teil 1 (Inhaltsverzeichnis, Vorwort, Kapitel 1 und 3, Mattführung). Dietrich Schlotter, bereitgestellt von der Deutschen Schachjugend. Stand 2. Auflage 2016. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Wertungsordnung 1.1: Ziel und Berechnungsgrundlagen des Wertungssystems. Deutscher Schachbund. Stand 08.06.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Wertungsordnung 3.4: Spieler ohne Wertungszahl. Deutscher Schachbund. Stand 08.06.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Wertungsordnung 4.1: Wertungszahlen. Deutscher Schachbund. Stand 08.06.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Wertungsordnung 4.2: Turniervoraussetzungen. Deutscher Schachbund. Stand 08.06.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation FIDE Rating Regulations, Artikel 7.1.4 und 7.2.1 (gültig ab 01.03.2024). FIDE. Stand 01.03.2024. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Startseite mit Vereinssuche. Deutscher Schachbund. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Schach lehren, Schach lernen. Deutscher Schachbund. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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