Schachbegriffe von Abzug bis Zugzwang
Das Glossar erklärt die wichtigsten Schachbegriffe in wenigen Sätzen, sortiert nach Regeln, Taktik, Eröffnung und Strategie, Endspiel sowie Notation und Wertung. Regelbegriffe wie Rochade, en passant oder Patt folgen den FIDE-Regeln, zu den meisten Begriffen führt ein Link auf den Ratgeber mit Beispielen.

In Schachbüchern, Vereinen und Kommentaren tauchen viele Fachwörter auf, von Abzug bis Zugzwang. Hier stehen die wichtigsten mit einer kurzen Erklärung, nach Themen geordnet. Die Regelbegriffe folgen den Laws of Chess der FIDE, die seit dem 01.01.2023 gelten [1]. Zu den meisten Begriffen führt ein Link auf die Seite mit Beispielen.
Regeln und Sonderzüge
Diese Begriffe stammen direkt aus dem Regelwerk und entscheiden darüber, ob ein Zug erlaubt ist oder wie eine Partie endet.
En passant
Schlagen im Vorbeigehen: Zieht ein Bauer mit einem Doppelschritt neben einen gegnerischen Bauern, darf dieser ihn so schlagen, als wäre er nur ein Feld gezogen, aber nur im direkt folgenden Zug [1]. Beispiele stehen unter En passant.
J'adoube
Französisch für "ich rücke zurecht". Wer am Zug ist, darf Figuren auf ihrem Feld nur zurechtrücken, wenn er das vorher ankündigt [1]. Berührt er dagegen absichtlich eine eigene Figur, muss er sie ziehen, sofern sie ziehen kann ("berührt, geführt") [1].
Patt
Der Spieler am Zug hat keinen erlaubten Zug, und sein König steht nicht im Schach. Die Partie ist dann sofort remis [1].
Remis
Unentschieden. Sofort remis sind Patt, tote Stellung und eine Einigung beider Spieler; dreifache Stellungswiederholung und 50-Züge-Regel gelten nur auf Antrag, die fünfte Wiederholung und 75 Züge ohne Bauernzug und Schlagen automatisch, wobei ein Matt im letzten Zug Vorrang hat [1]. Mehr unter Schachmatt, Patt und Remis.
Rochade
Ein gemeinsamer Zug von König und Turm: Der König geht zwei Felder in Richtung des Turms, der Turm springt auf das Feld, das der König überquert hat [1]. Sie ist nur erlaubt, wenn beide noch nicht gezogen haben und weitere Bedingungen erfüllt sind, siehe Rochade.
Tote Stellung
Eine Stellung, in der keine Seite den gegnerischen König mit irgendeiner Folge erlaubter Züge matt setzen kann, zum Beispiel König und Läufer gegen König. Die Partie endet sofort remis [1].
Umwandlung und Unterverwandlung
Erreicht ein Bauer die letzte Reihe, wird er im selben Zug in Dame, Turm, Läufer oder Springer seiner Farbe getauscht, unabhängig davon, welche Figuren schon geschlagen sind [1]. Jede Wahl außer der Dame heißt Unterverwandlung. Siehe Bauernumwandlung.
Taktik und Mattbilder
Taktische Begriffe beschreiben Züge mit unmittelbaren Drohungen, die meist Material gewinnen oder zum Matt führen.
Abzug und Abzugsschach
Ein Stein zieht aus der Linie einer eigenen Dame, eines Turms oder Läufers und gibt sie dadurch frei. Greift die freigegebene Figur den König an, heißt das Abzugsschach. Mehr unter Abzugsschach und Doppelschach.
Doppelschach
Zwei Figuren geben gleichzeitig Schach, meist nach einem Abzug, bei dem auch der weggezogene Stein Schach bietet. Dazwischenstellen oder Schlagen hilft nicht, nur ein Königszug.
Ersticktes Matt
Ein Springer setzt einen König matt, der von seinen eigenen Steinen so umstellt ist, dass er kein Fluchtfeld hat. Dieses und andere Muster zeigt Mattbilder.
Fesselung
Eine Figur steht zwischen einem gegnerischen Läufer, Turm oder einer Dame und einer eigenen, wertvolleren Figur. Steht dahinter der König, darf sie die Linie nicht verlassen. Steht dort eine andere Figur, darf sie ziehen, verliert dann aber meist Material. Siehe Die Fesselung.
Gabel
Eine Figur greift zwei oder mehr gegnerische Steine gleichzeitig an. Am häufigsten gabeln Springer und Bauern, mehr unter Die Gabel.
Grundreihenmatt
Turm oder Dame setzen auf der letzten Reihe matt, weil die eigenen Bauern dem König den Weg nach vorn versperren.
Spieß
Eine Dame, ein Turm oder ein Läufer greift eine wertvolle Figur an, hinter der auf derselben Linie eine weniger wertvolle steht. Weicht die vordere aus, fällt die hintere. Siehe Der Spieß.
Eröffnung und Strategie
Hier geht es um den Aufbau in den ersten Zügen und um Merkmale, die eine Stellung lange prägen.
Fianchetto
Ein Läufer wird an der Flanke auf eine der beiden Hauptdiagonalen des Brettes gestellt [2]. Das Wort kommt vom italienischen "il fianco", die Flanke [2]. Ein Beispiel ist g6 mit Lg7 in der Königsindischen Verteidigung.
Gambit
Eine Eröffnung, in der eine Seite einen Bauern oder eine Figur hergibt, um dafür einen Ausgleich zu bekommen, meist Zeit und einen Vorsprung in der Entwicklung [3]. Ein Beispiel ist das Evans-Gambit der Italienischen Partie mit 1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lc4 Lc5 4.b4, in dem Weiß einen Bauern anbietet.
Bauernkette
Bauern, die schräg hintereinander stehen und sich gegenseitig decken, etwa d4 und e5 nach der Vorstoßvariante der Französischen Verteidigung. Den hintersten Bauern einer Kette nennt man ihre Basis.
Isolani
Ein isolierter Bauer hat auf keiner der beiden Nachbarlinien einen eigenen Bauern, der ihn decken könnte. Er und andere Bauernformen stehen unter Bauernstruktur.
Freibauer
Ein Bauer, den kein gegnerischer Bauer vor ihm auf derselben oder einer benachbarten Linie mehr aufhalten kann. Einen solchen Bauern zu schaffen ist oft das Ziel, wenn eine Seite auf einem Flügel mehr Bauern hat.
Vorposten
Ein Feld auf der vierten bis siebten Reihe aus Sicht des Spielers, das ein eigener Bauer deckt und das kein gegnerischer Bauer angreifen kann. Am häufigsten steht dort ein Springer, siehe Schwache Felder und Vorposten.
Endspiel
Im Endspiel stehen nur noch wenige Steine auf dem Brett, und die Stellung der Könige wird wichtig.
Opposition
Zwei Könige stehen sich auf derselben Linie oder Reihe mit einem Feld Abstand gegenüber. Die Opposition hat, wer nicht am Zug ist, denn der andere muss ausweichen. Mehr unter Die Opposition im Endspiel.
Quadratregel
Eine Faustregel für das Wettrennen zwischen einem Bauern und dem gegnerischen König: Steht der König im gedachten Quadrat zwischen Bauer und Umwandlungsfeld oder kann er es mit seinem Zug betreten, holt er den Bauern ein.
Schlüsselfeld
Ein Feld vor einem Bauern, das der König der stärkeren Seite erreichen muss. Gelingt das, wandelt der Bauer in der Regel um, Ausnahmen gelten für Randbauern. Siehe König und Bauer gegen König.
Lucena- und Philidor-Stellung
Die zwei wichtigsten Stellungen im Endspiel Turm und Bauer gegen Turm. In der Lucena-Stellung gewinnt die stärkere Seite mit dem Brückenbau, in der Philidor-Stellung hält die schwächere Seite mit dem Turm auf der dritten Reihe remis. Mehr unter Turmendspiele.
Zugzwang
Die Seite am Zug wäre besser dran, wenn der Gegner ziehen müsste [4]. Weil im Schach abwechselnd gezogen wird, muss sie trotzdem einen Zug machen und ihre Stellung damit verschlechtern [1, 4]. Im Bauernendspiel nutzt man ihn zusammen mit der Opposition.
Notation, Zeit und Wertung
Diese Begriffe betreffen das Aufschreiben von Partien, die Uhr und die Spielstärke.
Blitz und Schnellschach
Blitz heißt eine Partie, wenn jeder Spieler höchstens 10 Minuten Bedenkzeit hat, Schnellschach bei mehr als 10 und weniger als 60 Minuten [1]. Eine Zeitgutschrift je Zug, auch Inkrement genannt, zählt mit dem 60-Fachen zur Grundzeit [1]. Siehe Schachuhr und Bedenkzeit.
DWZ und Elo
Die Deutsche Wertungszahl misst die Spielstärke aus Turnierergebnissen und berücksichtigt dabei die Stärke der Gegner [5]. Sie lehnt sich an das Rating-System von Arpad Elo an, das der Weltschachbund FIDE verwendet [5].
Engine
Ein Schachprogramm, das Stellungen bewertet und den besten Zug sucht. Gegen die Engine Stockfish kannst du unter Schach gegen den Computer spielen in fünf Stufen antreten.
FEN und PGN
Zwei Textformate für Schachprogramme. FEN beschreibt eine einzelne Stellung in einer Zeile, PGN eine ganze Partie mit Angaben wie Datum und Spielern. Beide erklärt Schachnotation: Züge aufschreiben.
- Organisation FIDE Laws of Chess, Artikel 1.2, 3.7.3, 3.8.2, 4.2.1, 4.3.1, 5.2, 9.2, 9.3, 9.6 und Anhänge A.1 und B.1 (gültig ab 01.01.2023). FIDE. Stand 01.01.2023. abgerufen am 29.10.2026
- Fianchetto. Wikipedia (deutsch). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Gambit. Wikipedia (deutsch). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Zugzwang. Wikipedia (deutsch). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Wertungsordnung 1.1: Ziel und Berechnungsgrundlagen des Wertungssystems. Deutscher Schachbund. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.

