Schachregeln einfach erklärtRatgeber

Schachmatt, Patt und Remis: alle Arten, wie eine Partie endet

Schachmatt heißt, der König steht im Schach und sein Spieler hat keinen regelgerechten Zug mehr; die Partie ist verloren. Patt heißt, der Spieler am Zug hat keinen regelgerechten Zug, sein König steht aber nicht im Schach; die Partie endet remis. Remis gibt es außerdem durch Einigung, durch tote Stellung und auf Antrag durch dreifache Stellungswiederholung oder die 50-Züge-Regel.

Ein umgefallener dunkler König liegt auf dem Schachbrett neben einer stehenden hellen Dame
Bild: KI-generiert

Eine Schachpartie kann auf drei Arten ausgehen: Weiß gewinnt, Schwarz gewinnt oder es wird remis. Im Turnier bringt ein Sieg einen Punkt, ein Remis einen halben und eine Niederlage keinen [2]. Wie es zu diesen Ergebnissen kommt, regeln die FIDE-Regeln recht genau. Gerade der Unterschied zwischen Matt und Patt kostet Anfänger viele halbe Punkte, weil eine scheinbar gewonnene Stellung plötzlich unentschieden endet.

Schachmatt: das Ziel der Partie

Das Ziel jedes Spielers ist es, den gegnerischen König so anzugreifen, dass der Gegner keinen regelgerechten Zug mehr hat [1]. Wer das schafft, hat den König mattgesetzt und die Partie gewonnen [1]. Das Matt beendet die Partie sofort [1]. Der König wird dabei nicht geschlagen. Die Regeln verbieten ausdrücklich, den eigenen König im Schach stehen zu lassen, ihn ins Schach zu stellen oder den gegnerischen König zu schlagen [1].

Ein Schach ist jeder Angriff auf den König, auch durch eine Figur, die selbst gefesselt ist [1]. Gegen ein Schach gibt es drei Antworten: den König wegziehen, die angreifende Figur schlagen oder einen Stein dazwischenstellen [2]. Ist nichts davon möglich, ist es Matt. Was die drei Abwehrarten im Einzelnen bedeuten, steht unter Wie die Schachfiguren ziehen.

Die schnellsten Matts

Das kürzeste mögliche Matt heißt Narrenmatt: 1.f3 e6 2.g4 Dh4# [5]. Schwarz setzt schon im zweiten Zug matt, weil Weiß mit zwei Bauernzügen die Diagonale zu seinem König geöffnet hat [5]. Weiß braucht für ein vergleichbares Matt einen Zug mehr [5]. Bekannter ist das Schäfermatt: 1.e4 e5 2.Dh5 Sc6 3.Lc4 Sf6 4.Dxf7# [6]. Dame und Läufer greifen gemeinsam den Bauern f7 an, den zu Beginn nur der König deckt. Die Abwehr ist einfach, und wenn sie gelingt, steht der Angreifer meist schlechter [6]. Typische Mattbilder aus echten Partien zeigt die Seite Mattbilder.

Mit wenig Material mattsetzen

Gegen einen einzelnen König reichen schon wenige Figuren. Mit König und Dame lässt sich das Matt aus jeder Ausgangsstellung in höchstens zehn Zügen erzwingen, mit König und Turm in höchstens 16 Zügen [7]. Mit zwei Läufern sind es höchstens 19 Züge, abgesehen von sehr seltenen Stellungen [7]. Am schwersten ist das Matt mit Läufer und Springer: Es braucht bis zu 33 Züge, gelingt nur in einer Ecke, die der Läufer beherrscht, und verlangt genaues Spiel, sonst droht ein Remis durch die 50-Züge-Regel oder ein Patt [7]. Wie die Dame und der Turm dabei vorgehen, zeigt die Seite Grundmatts.

Patt: kein Zug und kein Schach

Hat der Spieler am Zug keinen regelgerechten Zug und steht sein König nicht im Schach, ist er patt. Die Partie endet dann sofort remis [1]. Schlotter fasst die Bedingungen so zusammen: Die Partei ist am Zug, ihr König steht nicht im Schach, und keiner ihrer Steine kann einen regelgerechten Zug machen [2]. Meist passiert das, wenn eine Seite nur noch den König hat und dieser in einer Ecke festsitzt.

Ein einzelner dunkler König steht in der Brettecke, in der Nähe helle Dame und heller König
Bild: KI-generiert

Ein Beispiel: Weiß hat König f7 und Dame e4, Schwarz nur den König h8, Weiß ist am Zug. Spielt Weiß 1.Dg6, kann der schwarze König weder nach g8 noch nach g7 oder h7, steht aber nicht im Schach. Das ist patt. Richtig ist 1.Dh4#: Die Dame gibt auf der h-Linie Schach, und alle Fluchtfelder sind gedeckt. Wer mit viel Material vorne liegt, sollte vor jedem Zug prüfen, ob der Gegner danach noch ziehen kann [2].

Auch mit König und Bauer kommt ein Patt schnell zustande. Stehen ein weißer König auf e6 und ein weißer Bauer auf d7 gegen den schwarzen König auf d8, ist 1.Kd6 patt: Der Bauer deckt c8 und e8, der König deckt c7 und e7. Wie man solche Endspiele gewinnt, steht unter König und Bauer gegen König.

Patt war nicht immer remis

Dass ein Patt als Unentschieden zählt, wurde erst im 19. Jahrhundert einheitlich [3]. Im Chaturanga, einem Vorläufer des Schachs, verlor nach der englischen Wikipedia der Spieler, der patt setzte, im arabischen Schatrandsch gewann er dagegen [3]. In England galt etwa von 1600 bis 1800 ein Patt als Niederlage für den Spieler, der es herbeiführte [3]. Mehr dazu steht in der Geschichte des Schachs.

Tote Stellung: wenn niemand mehr mattsetzen kann

Die Partie ist remis, sobald eine Stellung entsteht, in der keiner der beiden Spieler den gegnerischen König mit irgendeiner Folge regelgerechter Züge mattsetzen kann. Die FIDE nennt das eine tote Stellung, die Partie endet damit sofort [1]. Das einfachste Beispiel sind zwei einzelne Könige [2]. Die englische Wikipedia nennt als Materialverteilungen, mit denen kein Matt möglich ist, außerdem König und Läufer gegen König, König und Springer gegen König sowie König und Läufer gegen König und Läufer, wenn beide Läufer auf Feldern derselben Farbe stehen [4]. Eine tote Stellung kann auch mit mehr Material entstehen, etwa bei völlig blockierten Bauern, an die kein König herankommt [4].

Wichtig ist die Formulierung "mit irgendeiner Folge regelgerechter Züge". Bei König und Läufer gegen König und Springer ist ein Matt sehr unwahrscheinlich, aber möglich, wenn der Gegner mitspielt. Deshalb kann man nach der englischen Wikipedia in dieser Stellung auf Zeit verlieren [4]. Die FIDE regelt den Fall bei Zeitüberschreitung ausdrücklich: Wer die vorgeschriebene Zahl von Zügen nicht in seiner Zeit schafft, verliert, außer der Gegner könnte den König mit keiner möglichen Folge regelgerechter Züge mattsetzen. Dann ist es remis [1].

Dreifache Stellungswiederholung

Ein Spieler am Zug kann remis beantragen, wenn dieselbe Stellung zum dritten Mal auf dem Brett steht oder mit seinem nächsten Zug zum dritten Mal entstehen würde [1]. Im zweiten Fall schreibt er den Zug auf, führt ihn aber nicht aus, und erklärt dem Schiedsrichter seine Absicht [1]. Die Züge müssen sich dabei nicht wiederholt haben, es zählt nur die Stellung [1].

Zwei Spieler reichen sich über einem Schachbrett im Endspiel die Hand, im Hintergrund ein Turniersaal
Bild: KI-generiert

Zwei Stellungen gelten nur dann als gleich, wenn derselbe Spieler am Zug ist, gleiche Figuren auf gleichen Feldern stehen und beide Seiten dieselben Zugmöglichkeiten haben [1]. Das betrifft auch Rochade und en passant: Konnte zu Beginn ein Bauer en passant geschlagen werden oder hatte ein König noch ein Rochaderecht, das er später verloren hat, sind die Stellungen verschieden [1]. Erscheint dieselbe Stellung fünfmal, ist die Partie ohne Antrag remis [1].

Dauerschach

Kann ein Spieler mit jedem Zug Schach bieten, ohne dass der Gegner entkommt, spricht man von Dauerschach oder ewigem Schach [2]. Eine eigene Regel dafür gibt es nach der englischen Wikipedia seit spätestens 1965 nicht mehr [4]. Die Partie endet über die Stellungswiederholung oder die 50-Züge-Regel, meist einigen sich die Spieler vorher [2, 4]. Schlotter rät, in aussichtslosen Stellungen immer zu prüfen, ob ein Dauerschach möglich ist, weil es die letzte Möglichkeit zum Ausgleich sein kann [2].

50-Züge-Regel und 75-Züge-Regel

Haben beide Spieler in den letzten 50 Zügen keinen Bauern bewegt und nichts geschlagen, kann der Spieler am Zug remis beantragen [1]. Auch hier darf er den Zug, mit dem die 50 Züge voll werden, zunächst nur aufschreiben und dann reklamieren [1]. Sind es 75 Züge je Spieler ohne Bauernzug und ohne Schlagfall, ist die Partie ohne Antrag remis (Artikel 9.6.2). Setzt der letzte dieser Züge matt, zählt das Matt [1].

Beim Reklamieren wird die Uhr angehalten, entweder vom Spieler oder vom Schiedsrichter, und der Antrag lässt sich nicht zurückziehen [1]. Stimmt er, ist die Partie sofort remis. Ist er falsch, bekommt der Gegner zwei Minuten zusätzliche Bedenkzeit (im Schnellschach und Blitz eine Minute), und die Partie geht weiter [1]. Ein Antrag auf Remis gilt zugleich als Remisangebot [1]. Wie die Uhr im Einzelnen funktioniert, steht unter Schachuhr und Bedenkzeit.

Remis durch Einigung

Die Spieler können sich auf ein Remis einigen, sobald beide mindestens einen Zug gemacht haben [1]. Wer remis anbieten will, macht zuerst seinen Zug auf dem Brett und bietet dann remis an, bevor er seine Uhr drückt [1]. Das Angebot gilt, bis der Gegner es annimmt, mündlich ablehnt, eine Figur zum Ziehen berührt oder die Partie anders endet [1]. Zurücknehmen kann man es nicht [1]. Beide Spieler halten es im Partieformular mit dem Zeichen (=) fest [1]. Turnierordnungen dürfen Remisvereinbarungen einschränken oder ganz verbieten [1].

Zwei hölzerne Könige stehen ruhig nebeneinander auf einem fast leeren Schachbrett im warmen Licht
Bild: KI-generiert

Aufgabe, Zeitüberschreitung und Wertung

Wer aufgibt, hat verloren, und die Partie ist damit sofort beendet [1]. Eine Ausnahme regeln die FIDE-Bestimmungen ebenfalls: Kann der Gegner mit keiner möglichen Folge regelgerechter Züge mattsetzen, endet auch die Aufgabe remis [1]. Verliert jemand auf Zeit, gilt dieselbe Grenze wie oben bei der toten Stellung beschrieben [1].

Ein halber Punkt für ein Remis war im 19. Jahrhundert noch nicht selbstverständlich. Nach der englischen Wikipedia wurden Remispartien in frühen Turnieren oft wiederholt, und das Turnier in Dundee 1867 vergab als erstes einen halben Punkt [4]. Heute ist diese Wertung üblich [4].

  1. Organisation FIDE Laws of Chess taking effect from 1 January 2023, Artikel 1.4, 3.9, 5.1, 5.2, 6.9, 9.1 bis 9.6 sowie Anhang A.3 und C.12. FIDE. Stand 01.01.2023. abgerufen am 29.10.2026
  2. Studie Intensivkurs Schach. Ein Lern- und Lehrbuch für Anfänger und ihre Lehrer, Teil 1, Kapitel 7 (Das Matt) und Kapitel 10 (Das Remis). Dietrich Schlotter, bereitgestellt von der Deutschen Schachjugend. Stand 2. Auflage 2016. abgerufen am 29.10.2026
  3. Stalemate, Abschnitt History of the stalemate rule. Wikipedia (englisch). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  4. Draw (chess). Wikipedia (englisch). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  5. Fool's mate. Wikipedia (englisch). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  6. Scholar's mate. Wikipedia (englisch). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  7. Checkmate, Abschnitt Basic mates. Wikipedia (englisch). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.