⚔ Taktik · Anfänger · Schritt 3 von 12

Der Spieß – die umgekehrte Fesselung

Der Spieß funktioniert wie eine Fesselung in umgekehrter Reihenfolge. Eine wertvolle Figur (oft König oder Dame) steht vorn, dahinter eine weniger wertvolle Figur. Der Angreifer zwingt die vordere Figur zum Ausweichen – und gewinnt die hintere.

Definition

Beim Spieß (englisch: skewer) greift eine Linien- oder Diagonalfigur (Turm, Läufer oder Dame) eine gegnerische Figur an, hinter der eine zweite, weniger wertvolle Figur steht. Da die vordere Figur sich bewegen muss, fällt die hintere.

Klassisches Beispiel: König-Dame-Spieß

Der Turm auf e1 gibt mit einem Zug auf der e-Linie Schach. Der König muss aus der e-Linie ausweichen, und die Dame auf e6 wird im nächsten Zug genommen. Klassischer Materialgewinn.

Spieß vs Fesselung – der Unterschied

Bei der Fesselung steht die wertvollere Figur hinten – die vordere darf sich nicht bewegen. Beim Spieß steht die wertvollere Figur vorn – sie muss sich bewegen, also fällt die hintere. Geometrisch identisch, aber Reihenfolge umgedreht.

MotivWertvolle FigurWas passiert?
FesselunghintenVordere darf sich nicht bewegen
SpießvornVordere muss sich bewegen, hintere fällt

Spieß im Endspiel

Spieße sind besonders im Endspiel ein wichtiges Motiv. Wenn beide Seiten nur noch wenige Figuren haben, stehen Türme und Damen oft auf langen offenen Linien – ideale Bedingungen für Spieß-Muster.

Wann ein Spieß funktioniert

Weiter zum Abzugsschach

Nach Gabel, Fesselung und Spieß ist das Abzugsschach das vierte zentrale Doppelangriffs-Motiv. Es kombiniert Bewegung einer Figur mit gleichzeitiger Drohung einer anderen – noch durchschlagender als die bisherigen Motive.

Für meinen Dad