⚔ Taktik · Fortgeschritten · Schritt 4 von 12

Abzugsschach – zwei Drohungen mit einem Zug

Beim Abzugsschach zieht eine Figur weg und gibt dadurch den Weg frei für eine dahinter stehende Figur, die Schach bietet. Die wegziehende Figur kann gleichzeitig irgendwo hin – oft mit einer eigenen Drohung. Doppelt wirksam.

Wie funktioniert ein Abzug?

Ein Abzugsschach entsteht, wenn eine Figur (die "Abzugsfigur") von einer Linie zieht, hinter der eine Schach gebende Figur wartet. Zwei Effekte gleichzeitig: (1) das Schach wird gegeben, (2) die wegziehende Figur kann irgendetwas anderes tun – Figur schlagen, Drohung aufstellen, gabeln.

Beispiel

Hier kann der Springer beliebig wegziehen (z. B. nach b7, c8, f7, e4, c4, b5). Bei jedem dieser Züge gibt der Turm Schach auf der d-Linie. Steht auf einem dieser Felder eine wertvolle gegnerische Figur, ist sie verloren – Schwarz muss aus dem Schach.

Doppelschach – die ultimative Steigerung

Wenn die wegziehende Figur selbst auch Schach gibt, entsteht ein Doppelschach. Beide schachgebenden Figuren können nicht gleichzeitig geschlagen oder durch Dazwischenziehen geblockt werden – der König muss sich bewegen. Das macht das Doppelschach zur stärksten Waffe im Schach.

Wie erkennt man Abzugsmöglichkeiten?

  1. Geometrie prüfen: Steht der gegnerische König auf einer Linie, Diagonale oder Spalte, in der eine eigene Figur hinten steht und eine andere davor blockiert?
  2. Die blockierende Figur ist ein Schatz: Wenn sie zieht, gibt es Schach. Was kann sie nebenbei anrichten? Eine Dame schlagen? Eine Gabel aufstellen?
  3. Vorbereitend opfern: Manchmal lohnt ein Materialopfer, um den König genau auf die Linie zu locken, in der dann der Abzug zuschlägt.

Verwandte Motive

Abzugsschach und Gabel ergänzen sich oft – die wegziehende Figur landet auf einem Feld, von dem sie eine Gabel aufstellt, während der König im Schach steht. Wer alle vier Doppelangriffs-Motive beherrscht – Gabel, Fesselung, Spieß und Abzug –, hat das taktische Grundgerüst des Schachs verstanden.

Für meinen Dad