Schacheröffnungen lernen

Die Eröffnung ist die erste Phase einer Schachpartie, in der beide Seiten ihre Figuren entwickeln und um das Zentrum kämpfen. Man teilt sie grob in offene Spiele (1.e4 e5), halboffene Spiele (1.e4 mit anderer Antwort) und geschlossene Spiele (meist 1.d4, 1.Sf3 oder 1.c4) ein. Für den Anfang zählen Grundsätze mehr als auswendig gelernte Varianten.

Ein Holzschachbrett in der Grundstellung, ein heller Bauer im Zentrum ist zwei Felder vorgezogen
Bild: KI-generiert

Die Eröffnung ist die erste Phase einer Schachpartie. Sie umfasst ungefähr die ersten 15 Züge und endet, wenn die Figuren entwickelt sind. Danach beginnt das Mittelspiel [1]. In diesem Bereich findest du die Grundsätze für die ersten Züge und acht Seiten zu den wichtigsten Eröffnungen, jeweils mit Zugfolgen, Plänen und Beispielen.

Offene, halboffene und geschlossene Spiele

Üblich ist eine Einteilung nach dem ersten Zugpaar [1]. Offene Spiele beginnen mit 1.e4 e5, etwa die Spanische und die Italienische Partie. Halboffene Spiele beginnen mit 1.e4, doch Schwarz antwortet anders als mit 1...e5, zum Beispiel mit der Französischen Verteidigung. Geschlossene Spiele beginnen meist mit 1.d4, 1.Sf3 oder 1.c4, ein Beispiel ist das Damengambit [1]. Als vierte Gruppe gelten die unregelmäßigen Spiele mit seltenen Anfangszügen wie 1.b4, die in keine der drei Gruppen passen [1]. Die Einteilung ist grob, und die Begriffe werden international nicht einheitlich verwendet [1].

Drei kleine Holzschachbretter nebeneinander, jedes mit einer anderen frühen Stellung der Zentrumsbauern
Bild: KI-generiert

Wie die Eröffnungslehre entstand

Die erste umfassende Darstellung der Eröffnungen legte Paul Rudolph von Bilguer 1843 mit seinem "Handbuch des Schachspiels" vor [1]. Im späten 19. Jahrhundert gewannen mit Wilhelm Steinitz und Siegbert Tarrasch die geschlossenen Spiele an Bedeutung. Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte Aaron Nimzowitsch mit der Hypermodernen Schule das Konzept, das Zentrum zunächst mit Figuren zu kontrollieren. Dadurch gewannen die Indischen Eröffnungen enorm an Beliebtheit [1]. Was heute Eröffnungstheorie heißt, ist nach der deutschen Wikipedia vor allem Erfahrungswissen aus Meisterpartien und veröffentlichten Analysen [1]. Opfert eine Seite in der Eröffnung einen Bauern für schnelle Entwicklung, spricht man von einem Gambit, etwa beim Evans-Gambit 1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lc4 Lc5 4.b4 [1].

Der ECO-Schlüssel

In Büchern und Datenbanken tragen Eröffnungen oft einen Code wie B12 oder D37. Er stammt aus der Encyclopaedia of Chess Openings, die der Verlag Šahovski Informator in Belgrad herausgibt. Die erste Ausgabe erschien in fünf Bänden von 1974 bis 1979 [2]. Der Schlüssel hat 500 Codes von A00 bis E99 in fünf Gruppen [2]:

  • A: Flankeneröffnungen wie die Englische Eröffnung, dazu unregelmäßige Eröffnungen [2]
  • B: halboffene Spiele außer Französisch, etwa Sizilianisch und Caro-Kann [2]
  • C: offene Spiele und die Französische Verteidigung, etwa Spanisch und Italienisch [2]
  • D: geschlossene Spiele mit dem Damengambit [2]
  • E: Indische Verteidigungen wie die Königsindische [2]

Die Eröffnungen in diesem Bereich

Grundsätze vor Varianten

Dietrich Schlotter will in seinem Lehrbuch für Anfänger keine "todsicheren" Varianten vermitteln. Er gibt dem Lernenden grundlegende Prinzipien an die Hand, mit denen er sich im Labyrinth der Zugfolgen selbst zurechtfindet [3]. Seine fünf Grundsätze lauten sinngemäß: die Wirkungskraft der eigenen Steine erhöhen, nach jedem gegnerischen Zug die neuen Drohungen prüfen, kein Material ohne Grund verlieren, unnötige Bauernzüge unterlassen und jede Figur bis zum Ende der Entwicklung möglichst nur einmal ziehen [3]. Meistens sei es besser, wenigstens einen Springer zu ziehen, bevor die Läufer entwickelt werden [3]. Wie diese Grundsätze am Brett aussehen, erklärt die Seite Eröffnungsgrundsätze.

Spiel die Zugfolgen auf einem Brett nach oder probiere sie gegen den Computer aus. Weitere klassische Spiele für zwei Personen findest du unter Brettspielklassiker.

  1. Eröffnung (Schach). Wikipedia. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  2. Encyclopaedia of Chess Openings. Wikipedia (englisch). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  3. Studie Intensivkurs Schach. Ein Lern- und Lehrbuch für Anfänger und ihre Lehrer, Teil 3, Kapitel 31. Dietrich Schlotter, bereitgestellt von der Deutschen Schachjugend. Stand 2. Auflage 2016. abgerufen am 29.10.2026

Alle Artikel im Bereich Schacheröffnungen lernen